Das Elektroauto bequem zu Hause oder am Arbeitsplatz laden: Eine eigene Wallbox macht es möglich. Sie schafft einen festen Ladepunkt, verkürzt die Ladezeiten und kann in ein intelligentes Energie- oder Photovoltaikkonzept eingebunden werden.
Vor der Montage sollten jedoch einige technische und organisatorische Fragen geklärt werden. Ist die vorhandene Elektroinstallation geeignet? Welche Ladeleistung ist sinnvoll? Muss die Wallbox beim Netzbetreiber angemeldet werden? Und wie lässt sich die Anlage auf zukünftige Fahrzeuge oder weitere Ladepunkte vorbereiten?
SuS Smarte Energie begleitet Projekte von der Beratung und Planung über die Installation bis zur Einbindung in Lastmanagement- und Steuerungssysteme. Die Lösungen werden dabei an Gebäude, Nutzung, Fahrzeuganzahl und technische Voraussetzungen angepasst.
Eine Haushaltssteckdose ist grundsätzlich nicht für dauerhaft hohe Ladeströme über viele Stunden ausgelegt. Beim regelmäßigen Laden eines Elektroautos können Leitungen, Kontakte und Steckverbindungen stark belastet werden. Die Bundesnetzagentur empfiehlt deshalb, Elektrofahrzeuge zu Hause über eine fachgerecht installierte Wallbox zu laden.
Eine Wallbox kommuniziert mit dem Fahrzeug und kontrolliert den Ladevorgang. Sie stellt nur dann Leistung bereit, wenn das Fahrzeug korrekt angeschlossen ist, und kann wichtige Schutzfunktionen übernehmen. Je nach Modell kommen zusätzliche Funktionen hinzu, beispielsweise:
Damit wird die Wallbox zu einem festen Bestandteil der modernen Gebäude- und Energietechnik.
Private Wallboxen werden häufig mit 11 oder 22 Kilowatt angeboten. Eine höhere Nennleistung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes Fahrzeug schneller geladen wird. Entscheidend ist auch, welche Wechselstrom-Ladeleistung das Fahrzeug tatsächlich aufnehmen kann.
Für die Auswahl sollten unter anderem folgende Fragen betrachtet werden:
Wer sein Fahrzeug überwiegend über Nacht lädt, benötigt möglicherweise keine maximale Ladeleistung. Bei gewerblichen Fahrzeugen, mehreren Nutzern oder kurzen Standzeiten kann dagegen eine leistungsstärkere oder intelligent gesteuerte Lösung sinnvoll sein.
Bevor die Wallbox ausgewählt wird, sollte eine Elektrofachkraft die bestehende Anlage prüfen. Besonders bei älteren Gebäuden ist nicht selbstverständlich, dass Hausanschluss, Unterverteilung und Leitungen für die zusätzliche Dauerlast ausgelegt sind.
Zu kontrollieren sind insbesondere:
Der VDE weist darauf hin, dass der Zählerschrank gegebenenfalls um Sicherungen, Zähler oder Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen ergänzt werden muss. Auch die Stromzuleitung zum Ladepunkt muss ausreichend dimensioniert sein.
Liegt der Stellplatz weit vom Gebäude entfernt, können Erdarbeiten, Wanddurchbrüche oder längere Kabelwege erforderlich sein. Diese Faktoren beeinflussen sowohl den Aufwand als auch die Kosten der Installation.
Eine Wallbox muss dem zuständigen Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme mitgeteilt werden. Bei einer Anschlussleistung von mehr als 12 kVA – dies entspricht ungefähr einer Wirkleistung von mehr als 11 kW – ist zusätzlich die Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich. Die Kommunikation mit dem Netzbetreiber wird häufig vom beauftragten Elektrofachbetrieb übernommen.
Für neue private Wallboxen mit mehr als 4,2 kW Anschlussleistung, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb genommen werden, gelten außerdem die Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf den Netzbezug in einer konkreten lokalen Überlastungssituation zeitweise reduzieren, muss aber eine Mindestleistung gewährleisten. Eine vollständige Abschaltung ist nicht vorgesehen. Im Gegenzug erhalten Betreiber eine Reduzierung der Netzentgelte.
Die technischen und vertraglichen Anforderungen sollten frühzeitig berücksichtigt werden, damit der spätere Anschluss ohne unnötige Verzögerungen erfolgen kann.
Die Montage einer Wallbox ist keine gewöhnliche Heimwerkerarbeit. Errichtung, Erweiterung und Änderung der elektrischen Anlage müssen durch den Netzbetreiber oder ein im Installateurverzeichnis eingetragenes Unternehmen erfolgen.
Ein typischer Projektablauf umfasst:
Nach der Installation sollte dokumentiert sein, welche Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden und wie der Ladepunkt abgesichert ist.
Besonders attraktiv wird eine Wallbox, wenn sie mit einer Photovoltaikanlage kombiniert wird. Ein kompatibles Energiemanagement kann die Ladeleistung daran anpassen, wie viel Solarstrom aktuell zur Verfügung steht.
Statt überschüssige Energie vollständig ins Netz einzuspeisen, kann ein Teil davon direkt für das Elektrofahrzeug genutzt werden. Sind zusätzlich Batteriespeicher oder weitere steuerbare Verbraucher vorhanden, koordiniert das Energiemanagement die unterschiedlichen Energieflüsse.
Der VDE nennt die Einbindung der Ladeeinrichtung in ein Energiemanagementsystem mit Photovoltaikanlage und Speicher ausdrücklich als möglichen Bestandteil des Installationsprozesses.
Die Gesamtkosten setzen sich nicht nur aus dem Preis der Wallbox zusammen. Entscheidend ist vor allem der Installationsaufwand.
Zu den wichtigsten Faktoren gehören:
Eine Vor-Ort-Prüfung schafft Klarheit und ermöglicht ein Angebot, das die tatsächlichen baulichen und technischen Voraussetzungen berücksichtigt.
Eine Wallbox bietet mehr Komfort und Sicherheit beim Laden eines Elektroautos. Entscheidend ist jedoch, dass Gerät, Gebäudeanschluss, Fahrzeug und zukünftige Anforderungen zusammenpassen.
SuS Smarte Energie plant und realisiert individuelle Ladeinfrastruktur für Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte. Dazu gehören Beratung, Wallboxen und Ladepunkte, Lastmanagement sowie Wartung und Service. So entsteht eine Lösung, die heute zuverlässig funktioniert und auf die Mobilität von morgen vorbereitet ist.
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